ANGELIKA MACHO
TAPEZIERERMEISTERIN
Willkommen in meiner Werkstatt
… in Sarasdorf, 30 km östlich von Wien, nahe der burgenländischen Grenze im Weinbaugebiet Carnuntum. Die Werkstatt entstand im „Ausgedinge“ eines ehemaligen Bauernhofes.
Leistungen
Polstern
Moderne und traditionelle Methoden
Neubezug von Möbeln
Maßanfertigung von abnehmbaren Überzügen (Hussen)
Matratzen
Roßhaar, Federkern, Latex, Kapok
Spezialanfertigungen in allen Formen und Größen
Stuhlgeflecht
Thonetflechtung
Nordische Flechtarten
Über mich
Handwerkliche Tätigkeiten haben mich immer schon interessiert und fasziniert. Begonnen hats mit traditionell „weiblichen“ Fertigkeiten. Als kleines Mädchen habe mit meiner Mutter um die Wette gestrickt oder gehäkelt. Nähen lernte ich bei der Mutter einer Freundin, als ich etwas älter wurde und meine Modewünsche die finanziellen Möglichkeiten überstiegen. Als meine Kinder klein waren, haben meine Freundinnen und ich das ganze Jahr über gemalt, getöpfert, gesponnen (mit dem Spinnrad) gestickt … und dann einen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Während meiner Tätigkeit im Milena Verlag (damals hieß er noch Wiener Frauenverlag) als Lektorin und Herausgeberin lernte ich bei einem Freund die Grundbegriffe des Möbel-Restaurierens und während eines Aufenthalts bei einem Tiroler Restaurator auch das Flechten von Sitzflächen. Als ich in Venedig zufällig die Werkstatt eines Polsterers entdeckte und ihm bei seiner Arbeit zuschaute, wußte ich: „Ich will unbedingt polstern lernen.“ 1995 fand ich einen großartigen Lehrbetrieb und begann meine Tapezierer-Lehre, die ich 1997 mit der Gesellenprüfung abschloß. 1998 folgte die Meisterprüfung und 1999 meldete ich meinen eigenen Gewerbebetrieb an.
Traditionelle Polsterung
hoher Sitzkomfort
Langlebigkeit
kann immer wieder repariert werden
ausschließlich natürliche Materialien
alles ist recyclebar
und – alte Polstermöbel erzählen Geschichte(n)
Stuhlgeflecht
Diese Art der Polsterung ist eher fest, aber nicht hart. Man sinkt nicht so stark ein, dass man sich mühsam herausquälen muss, wofür Rückgrat und Knie dankbar sind.
Langlebigkeit
Eine gute Polsterung hält 30 – 40 Jahre
Ausschließlich natürliche Materialien
Hanf- oder Jutegurten
Doppelkegelfedern aus Stahl
Palmfasern, genannt Afrik, kommt aus den afrikanischen Steppen und Algerien
Roßhaar, hauptsächlich Schweifhaar
Kapok, eine sehr feine Samenfaser, die über einen natürlichen Bitterstoff verfügt, daher gegen Bakterien gut ausgerüstet ist. Sehr zu empfehlen für Matratzen besonders für Kinder
Baumwolle
Schafwolle
Daunen und Federn
Alle Materialien sind recyclebar
Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Die daraus resultierenden Probleme wie Müllberge, Luftverschmutzung aufgrund der Industrieabgase, Warentourismus und damit überwältigender Energiebedarf etc. sind sattsam bekannt und kaum noch zu bewältigen.
Eine mögliche Alternative erscheint mir die bewusste Entscheidung für langlebige und reparaturfähige Güter.
Können, egal in welchem Zustand sie sind, repariert werden
Das liegt vor allem an den verwendeten Materialien.
Und! Alte Polstermöbel erzählen Geschichte(n)
In einer Biedermeierbank, die einer jungen Frau gehört – sie hat sie von ihrer Großmutter geerbt und hängt sehr an ihr – fand ich auf Leinen aufgeleimt eine Seite mit Annoncen aus der Tageszeitung „Die Presse“ von 1848 – dem Ersterscheinungsjahr der Presse. Das heißt, die Polsterung, bestehend aus Moos, Heu und Tierhaar war rund 150 Jahre alt – erstaunlich, nicht wahr?
Das Tapezierer‒Gewerbe
Der Aufgabenbereich des Tapezierers ist eng verknüpft mit den Erfordernissen und den Bedürfnissen des Wohnens einerseits und der Entwicklung und Entdeckung verschiedenster Materialien für diesen Bereich andererseits.
Ursprünglich wurden die Tätigkeiten des Tapezierers und Dekorateurs von Handwerkern unterschiedlicher Professionen ausgeführt – etwa Sattlern, Taschnern, Riemenmachern oder Deckenmachern. Der KundInnenkreis war auf die herrschenden Schichten beschränkt.
Das Bedecken der Wände mit Stoffbahnen, Leder, Tapisserien diente nicht nur praktischen, sondern vor allem auch dekorativen Zwecken, ebenso wie das Anbringen von Vorhängen und Draperien oder das Polstern von Sitzmöbeln.
Solange die Fürsten keine feste Hofhaltung kannten und mitsamt ihrem Hofstaat und allem Mobiliar auf Reisen waren, hatten sich eigene Handwerker um den Transport und die Wiederaufstellung der Möbel, Wandbehänge und Dekorationen zu kümmern – wohl die erste Form des Tapezierers.
Erst im 17. Jhd. kristallisiert sich – im Zuge der barocken Prachtentfaltung – eindeutig der Beruf des Tapezierers heraus.
Die erste urkundliche Erwähnung der Tapezierer in Wien taucht 1625 unter der Bezeichnung „Deckenmacher“ auf.
– 1696 erteilt Leopold I. das Schutzpatent für die bürgerlichen Tapezierer – 1725 kommt es zu einem ersten Zusammenschluß der Wiener Tapezierer – 1738 werden die Statuten erlassen und der Innung das „Groses Insigel deren pürgerlichen Tapeziren“ verliehen. Das war sicherlich ein bedeutsamer Schritt in Richtung Abgrenzung des Tapeziererhandwerks ein Prozeß, der damit natürlich nicht beendet ist. Soziale und wirtschaftliche Veränderungen, neue Technologien, Design und Kunst finden ihren Niederschlag in der Tätigkeit des Tapezierers.
Referenzen
Kontakt
Angelika Macho Tapeziererbetrieb Hauptstraße 64 2454 Sarasdorf
werkstatt@tapeziererin‒macho.at Mobil: +43 650 275 19 54 Termine nach telefonischer Vereinbarung
Für den Individualverkehr Von Wien über die A4 Ostautobahn bis Schwechat Bundesstraße 10 Richtung Bruck/Leitha Ca. 8 km nach Schwadorf rechts Abzweigung nach Sarasdorf
Öffentliche Verkehrsmittel Ab Hauptbahnhof Halbstündlich mit der S 60 Richtung Bruck/Leitha 8 Stationen ( 32 Minuten)